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a pair of dumbbells and a black mat on the floor

Fallstudie: Dagmar

Stell dir vor, du bist Mitte 60, dein Kalender ist voll – und trotzdem lässt dich der Gedanke nicht los, noch lange stark, beweglich und unabhängig zu bleiben. Genau da stand Dagmar, als sie mit dem Training begonnen hat.

CASE STUDY

Hermes Daniël

1/1/20253 min lesen

a pair of dumbbells and a black mat on the floor

Fallstudie: Dagmar

Dagmars Fortschritt: Warum Minimal-Dose HIT funktioniert (mit echten Zahlen)

Stell dir vor, du bist Mitte 60, dein Kalender ist voll – und trotzdem lässt dich der Gedanke nicht los, noch lange stark, beweglich und unabhängig zu bleiben. Genau da stand Dagmar, als sie mit dem Training begonnen hat.

Statt sich durch endlose Workouts zu quälen, hat sie sich für einen anderen Weg entschieden: wenig Volumen, wenig Termine, dafür klar strukturierte, kurze Einheiten mit hoher Qualität. In dieser Fallstudie siehst du schwarz auf weiß, wie sich ihre Kraft und Leistungsfähigkeit über Monate entwickelt haben – mit Daten, die zeigen, was wirklich passiert, wenn man „Minimal-Dose“ ernst nimmt.

Wenn du dich fragst, ob sich Training in deinem Alter noch „lohnt“, ohne dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, ist Dagmars Geschichte für dich geschrieben.

Was HIT ist (vs. „klassisch“)

High Intensity Training (HIT) ist ein minimalistischer Krafttrainingsansatz: wenige Arbeitssätze, sehr hohe Anstrengung, kontrollierte Ausführung und konsequentes Tracking.

Im klassischen Krafttraining wird Fortschritt häufig über mehr Volumen (mehr Sätze pro Woche) und höhere Frequenz (mehr Trainingstage) gesucht, während HIT das Gegenteil betont: weniger, dafür jeder Satz als „harte Messung“, die progressierbar sein muss.

Jedes Workout ist ein Test

In Dagmars Programm ist jede Einheit ein Test ihrer aktuellen Muskel-Leistungsfähigkeit.

Der Test endet am geplanten Limit (HIT-Logik: so hart, dass du nicht „raten“ musst, ob es schwer war) – und wir messen ihn über zwei Werte: Gewicht (kg) und Time Under Load (TUL, Sekunden).

Double Progression (Minimal Dose in der Praxis)

Wir nutzen ein Double-Progression-Modell: Wir steigern entweder die Zeit unter Spannung (TUL) oder die Last (kg) – abhängig davon, was der Satz „im Test“ gezeigt hat.

Die Regeln (exakt)

1. Wenn das Limit vor 60 Sekunden erreicht wird, ist das Gewicht zu hoch → nächstes Mal reduzieren.

2. Wenn das Limit nicht innerhalb von 120 Sekunden erreicht wird, ist das Gewicht zu niedrig → nächstes Mal erhöhen.

3. Jede Wiederholung hat einen Tempo-Standard (kontrolliert hoch/halten/runter); schneller „abfälschen“ = keine Gewichtserhöhung.

Diese Regeln halten die Ausführung ehrlich und machen Fortschritt messbar – genau das ist der Vorteil von Minimal-Dose-Training: wenig Zeit, aber eine klare, objektive Progressionslogik.

So wurden Dagmars Daten ausgewählt (wichtig!)

Für alle Tabellen habe ich ausschließlich Datensätze verwendet, die im strikten Bereich 60 < TUL < 120 Sekunden liegen (also 61–119s).

Warum? Weil wir damit Sets vergleichen, die im selben „Belastungsfenster“ liegen – und nicht Äpfel mit Birnen (z. B. sehr kurze, schwere Sätze vs. sehr lange, leichte Sätze).

Dagmars Ergebnisse (das Scoreboard)

Die nächsten drei Tabellen zeigen Dagmars Fortschritt aus drei Perspektiven:

1) Kraft = mehr Gewicht im vergleichbaren TUL-Fenster, 2) Ausdauer = mehr TUL bei gleichem Gewicht, 3) Gesamtleistung = TUL×kg als einfacher Proxy.

Tabelle 1 — Kraft (TUL vorgegeben → Gewichtssteigerung)

Diese Tabelle beantwortet: „Wie viel schwerer kann Dagmar im gleichen TUL-Fenster (61–119s) trainieren?“

| Exercise | Given TUL | Start weight | Best weight | % weight change | Days between |

|---|---|---:|---:|---:|---:|

| Leg press | 60–119s | 53 kg | 119 kg | +124.5% | 182 |

| Machine row | 60–119s | 25 kg | 35 kg | +40.0% | 211 |

| Chest press | 60–119s | 15 kg | 31 kg | +106.7% | 246 |

So liest du das: Das ist ein fairer Kraftvergleich, weil alle Daten aus demselben TUL-Bereich stammen.

Tabelle 2 — Ausdauer/Belastungsverträglichkeit (Gewicht vorgegeben → TUL)

Diese Tabelle beantwortet: „Kann Dagmar bei exakt gleichem Gewicht länger bis ans Limit arbeiten (innerhalb 61–119s)?“

| Exercise | Given weight | Start TUL | Best TUL | % TUL change | Days between |

|---|---:|---:|---:|---:|---:|

| Leg press | 117 kg | 107s | 117s | +9.3% | 63 |

| Machine row | 32 kg | 110s | 117s | +6.4% | 159 |

| Chest press | 31 kg | 92s | 100s | +8.7% | 38 |

Warum das wichtig ist: In HIT ist „stärker werden“ nicht nur Gewicht drauflegen. Erst steigt oft die kontrollierte Zeit/Leistung bei fixem Gewicht – und daraus folgt der nächste Gewichtssprung.

Tabelle 3 — Gesamt-Proxy (TUL×kg)

Diese Tabelle beantwortet: „Wie stark ist Dagmars Gesamt-Output im selben TUL-Fenster gestiegen?“

| Exercise | Start TUL×kg | Best TUL×kg | % change | Days between |

|---|---:|---:|---:|---:|

| Leg press | 5,934 | 13,689 | +130.7% | 231 |

| Machine row | 2,880 | 3,955 | +37.3% | 71 |

| Chest press | 975 | 3,480 | +256.9% | 119 |

TUL×kg ist kein perfekter Physik-Wert, aber als konsistenter Proxy zeigt er sehr klar, ob jemand unter denselben Spannungsbedingungen „mehr Output“ leisten kann.

Einordnung: Was sagt die Wissenschaft zu 65+?

Viele denken, ab 65 braucht es extrem viel Training, um überhaupt noch Fortschritt zu machen – aber Studien zeigen, dass auch kurze, effiziente Krafttrainingsansätze bei älteren Erwachsenen deutliche Kraftgewinne erzeugen können.

Eine häufig zitierte Studie an älteren Erwachsenen fand, dass ein Satz pro Übung, einmal pro Woche, bis zur Muskelermüdung, die Kraft ähnlich verbessern konnte wie dieselbe Ein-Satz-Routine zweimal pro Woche.

Weitere Daten aus „brief, infrequent“-Protokollen (kurze Einheiten, wenige Maschinenübungen, kontrollierte Wiederholungsdauer, hohe Anstrengung) berichten ebenfalls signifikante Kraftsteigerungen bei älteren Teilnehmenden.

Das ist der Kontext, in den Dagmars Entwicklung gut passt: Minimal-Dose-Training kann funktionieren – wenn Intensität/Anstrengung und Standardisierung stimmen.

Was das beweist (und was nicht)

Das beweist nicht, dass HIT der einzige sinnvolle Weg ist.

Es zeigt aber sehr praktisch: Wenn du Training messbar machst (TUL + Gewicht), die Ausführung standardisierst und Progression regelbasiert steuerst, können wenig Volumen und niedrige Frequenz zu klaren, nachvollziehbaren Fortschritten führen.

Willst du das auf dein Training übertragen?

Mach deine Workouts wie Dagmar: wenige Übungen, ein harter Arbeitssatz mit strengem Tempo, bis zum echten momentanen Muskelversagen, TUL und Gewicht notieren, dann das Gewicht nach den 60–120s-Regeln anpassen.